Malgrund für die Ewigkeit: Ölmalerei auf Alu-Dibond
- Gregor Wisniewski
- vor 7 Tagen
- 4 Min. Lesezeit
Malgründe, etwas worüber sich man keine Gedanken machen will. Man kauft eine Leinwand von der Stange und denkt erstmal gar nicht drüber nach,... ja worüber denn?
Diese sind ja für das Malen, so wie in meinem Fall die Ölmalerei gemacht. Das hat man immer schon so gemacht. Das haptische das organische, man bringt organisches Medium auf die organischen Leinen und nunja, das Webemuster ist erkennbar. Nicht immer aber wenn man feine Lasuren auftragen will oder feinste Details aufpinseln möchte so stehen diese manchmal im Wege und aus einem gerdadem Flush wird ein klekriger zickzack. Und...die Leinwand...Anfangs noch Trommelhart merkt man wie diese elastischer und weicher wird und mehr und mehr nachgiebt. Unweigerlich stellt man sich die Frage: Hält das so? Hält das so wenn die Farbe, dass Mediu, dass Öl immer weiter aushärtet über die Zeit während der Träger die Leinenfäden immer ein wenig Bewegung zulassen? Ja aber die alten Meister malten ja nicht nur auf Leinwand sondern auch auf Holz, ja Holzplatten, mit Gesso grundiert und geschliffen ein Fest. Über die Schleifkörnung lässt sich der Grip des Pinselstriches nach Bedarf anpassen, es ist Plan es reisst nicht und hat diese schwere Haptik das man das Gefühl bekommt "Mensch das wiegt ja was, eine Masse an Gemälde für die Ewigkeit" und doch, ja holz egal wie man es versiegelt und bearbeitet Holz arbeitet. Was anfangs noch Plan war wie ein Blatt Papier auf dem Tisch hat gearbeitet. Vielleicht nur ein Milimeter links und rechts nach oben es ist immer noch sehr gut aber wie schaut es in 10/20/50 Jahren aus? Außerdem bemerkst du beim Malprozess das Gesso das Malmedium durchlässt und das Nachbearbeitung erfordert um die Brillianz der Farben wieder hervorzuheben. Machbar aber nervig. Ja man kann zwischen Gesso und Holz eine Schutzschicht auftragen doch moment mal wenn wir schon dabei sind...
...was wenn ich dir Sage das es ein Material gibt welches nicht saugt, somit die Farbbrillianz konserviert weil kein Gesso kein Holz keine Leinen das Medium aufsaugen und die Farbe abstumpft. Kein verziehen wie man es bemerkt wenn man Gesso auf Holz aufträgt und dieses sich beim Trocknen dermaßen zusammenzieht das es selbst dicke Multiplex Platte umstülbt. Aluminium Dibond
Ein Kern aus Polyethylen, beidseitig umschlossen von hauchdünnen Aluminiumschichten. In der Werbetechnik Standard, in der Kunstgalerie der ‚Hidden Champion‘. Es ist leicht, es ist absolut verzugsfrei und – das ist der Clou – es ist vollkommen reaktionsneutral gegenüber der Außenwelt. Keine Feuchtigkeit, die Fasern quellen lässt, kein organischer Zerfall.
Doch hier fängt die eigentliche Arbeit an. Denn so verlockend die glatte Oberfläche ist, sie hat ein Problem: Adhäsion.
Aluminium ist stur. Es ist so glatt, dass Ölfarbe darauf keinen natürlichen Halt findet. Sie würde beim Trocknen spröde werden und wie eine alte Eierschale einfach abblättern. Wir brauchen also eine Brücke. Eine chemische Verbindung, die so unzertrennlich ist wie das Material selbst. Hier kommt das Schwergewicht der Industriegrundierung ins Spiel: Der 2-Komponenten-Epoxid-Primer (2K-Primer).
Warum kein normaler Gesso? Weil wir hier die Welt des Organischen verlassen. Wir arbeiten jetzt mit Chemie, die vernetzt.
Was du für das Fundament der Ewigkeit brauchst:
Alu-Dibond Platten: In der gewünschten Stärke (3mm ist der Standard 4mm würde ich ab 150cm Kantenlänge bevorzugen).
Schleifvlies oder feines Schleifpapier: Um die Oberfläche ‚aufzubrechen‘ und mechanischen Grip zu erzeugen.
Fettentferner: Denn schon ein einziger Fingerabdruck ist ein potenzieller Schwachpunkt für die Haftung.
Der 2K-Primer: Bestehend aus Stammfarbe und Härter. Er bildet die unzerstörbare Haut zwischen Metall und Kunst."
Und PSA, also quasi ne Staubschutzmaske denn es Staubt beim Schleifen bestialisch, gut Lüften beim Auftrag mit dem Primer denn es stinkt fürchterlich.
Aber zum Anfang weil ich manchmal echt blöde Ideen habe.
Bei einem ersten Versuch nahm ich eine kleine 60x40cmPlatte und schleifte die Lackierung weg bis zum blankem Metall, dass staubte wie Teufel mit dem E-Schleifer aber im vergleich zu später war das noch harmlos. Nun gut Oberfläche mit Isopropanol und Aceton reinigen.

Schlauer als Tatsächlich war dachte ich ich habe noch 2k Flüssig Epoxidharz welches ich nun darauf Gieße. Ein dünner Film reicht ja und durch die ebene Laage wird das schon und am nächsten Tag erstmal das:

Whoooou was für eine Katastrophe, völlig unbrauchbar für mein Vorhaben aber nun gut. Fläche händisch (wichtig da Elektrisch zu unkontrolliert) so eben wie möglich Glatt Schleifen und eine zweite Schicht aufgießen welche ich nochmal mit diesmal mehr Fleisch glatt schleifen kann. Meine güte war das Staubig, feinster Staub überall aber ich dachte es hat sich gelohnt.

Ja fleckig aber auf dem ersten Blick Glatt, mit feiner Oberfläche durch 400er Schleifpapier finish. Das Malmittel verteilte sich super und blieb an Ort und stelle und die Farbe ja die trug sich auf wie ein Traum jedoch....

mit der Farbe erkannte ich das immer noch deutliche Krater zu sehen waren....und dabei war das Gefühl so fantastisch, der Pinsel flutschte und die Farbe biss sich fest und dan sowas.
Kurz ausheulen und neu ansetzen: Zwei Neue Platten besorgt und den Buttlerfinish welcher vom Werk drauf war grob geschliffen um Grip für die nächste Schicht zu liefern.
Moment wieso zwei auf einmal?

Der hier gezeigte 2K Primer " nein ich werde nicht gesponsort, wäre schön das Zeug ist nicht ganz billig" wenn einmal aktiviert muss innerhalb von ca 48 Stunden oder so aufgebraucht werden da der Inhalt sonst verhärtet....in der Dose. Diese hat immerhin gereicht um eine 80x50 und 90x60cm Platte mehrfach zu beschichten. Nun gut Aushärten lassen und Schleifen.

Und oh mann hat das gestaubt, mit 400er Schleifen und abziehen schleifen und abziehen da die feinen Partikel zwischen Platte und Papier das vorhaben einfach nur erschwerten. Und ich übertreibe nicht wenn ich sage es war eine Sauerei, also ohne Witz Staubmaske ist pflicht. Aber nun gut genug den Zeigefinger gehoben, Sauber abwischen und entfetten und...
...nunja es sind bis jetzt nur die Untermalungen zu sehen in ihren Stufen step by Step aber ich kann wirklich behaupten das Malerlebnis ist ein ganz anderes Level. Die Farbe flutscht auf der ebenen Fläche wobei die Farbe an Ort und Stelle haftet als würde ich auf Leinen malen. Ich kann viel erzählen aber wenn man die Mühe nicht scheut kann ich es echt empfehlen mal selbst auzuprobieren so einen Malgrund hatte ich noch nie.
to be continued...









Kommentare